„Nimm’s doch nicht gleich so persönlich.“
18.08.2025
Warum nehmen wir Dinge persönlich?
Wir beziehen das Verhalten anderer oft auf uns selbst:
Ein kurzes „Okay“ wird zu „Ich bin nicht wichtig.“
Eine kritische Aussage im Job wird zu „Ich bin unfähig.“
Dahinter steckt selten die Realität, sondern meist eine alte Geschichte von „nicht gut genug sein“. Besonders dann, wenn wir Harmonie, Kontrolle oder Perfektion anstreben und das nicht gelingt, fühlen wir uns schnell als Versager.
Gefühle und Geschichten.
In solchen Situationen spüren wir zuerst ein echtes Gefühl. Wenn du eine Absage erhältst, ist es meistens Enttäuschung oder Traurigkeit.
Doch statt dabei zu bleiben, legen wir eine zweite Schicht darüber, in der wir uns die Verantwortung für das Verhalten der anderen Person oder äußerer Umstände geben.
„Ich bin schuld. Ich bin nicht liebenswert. Ich bin nicht gut genug.“
Diese Geschichten gehen tiefer und verstärken den Schmerz mehr als das ursprüngliche Gefühl.
Was hilft im Alltag?
Die allesentscheidende Frage lautet: Welche Bedeutung gebe ich dem Verhalten des anderen in Bezug auf mich – und stimmt sie wirklich? Genau hier kannst du ansetzen, um weniger Dinge persönlich zu nehmen. Denn nicht das Verhalten selbst verletzt am meisten, sondern die Geschichte, die du dir darüber erzählst.
Gefühle anerkennen: Enttäuschung darf da sein, Gefühle sind normal und beinhalten wertvolle Informationen, um dich besser zu verstehen.
Geschichten prüfen: Frag dich, ob deine Interpretation stimmt, oder ob es auch andere Wahrheiten geben könnte.
Klarheit finden: Erst atmen, dann reflektieren. Und dann klar ansprechen, was dich verletzt hat.
„Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie wir selbst sind.“
Zitat von Anaïs Nin